16:30 Uhr. Die Kaffeepause war vorbei, die letzte Konferenzstunde begann. Bei der Hitze und ohne Klimatisierung war inzwischen wohl manche Delegierte und mancher Delegierte buchstäblich „abgekocht“. Trotzdem blieb die Konferenz aufmerksam bis zum Schluss.
Zunächst wurde der Bericht des Vorstands der SJK abschließend behandelt. Dabei ging es unter anderem um kommende Termine, immer ein Indiz, dass sich eine Konferenz langsam ihrem Ende nähert. Hingewiesen wurde auf die Möglichkeit, Rückmeldungen zu dieser Kurzkonferenz über den bereitgestellten QR-Code bis zum 28. Juni zu geben.
Eine Frage jedoch beschäftigte die Delegierten noch: Nach welchen Kriterien setzt sich die Besetzung im SJK-Vorstand zusammen? Gibt es einen Distriktsproporz? Der Gedanke dahingehend wurde zwar aufgenommen, gleichzeitig aber entschieden, nicht auf eine feste Verteilung nach Herkunftsdistrikten zu setzen. Entscheidend seien vielmehr Kompetenz, Zeit, Energie und die unterschiedlichen Gaben, die Menschen einbringen – unabhängig davon, woher sie kommen. Der Bericht des SJKV wurde anschließend mit Dank angenommen.
Im weiteren Verlauf standen die Berichte des Missionssekretärs und des Gemeinschaftsbundes in der EmK auf der Tagesordnung. Nach den Regularien werden dies jedoch nur ausführlicher beraten, wenn dies von zehn Prozent der stimmberechtigten Mitglieder gewünscht wird. Beim Bericht des Gemeinschaftsbundes war diese Voraussetzung erfüllt.
Darin wurde unter anderem über die geplante Gemeindegründung im Erzgebirge in Aue berichtet. Diese sei in der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz kommuniziert und ordnungsgemäß beschlossen worden, so Bischof Werner Philipp. Der Bezirk Eibenstock möchte diese neue Gemeinde auf den Weg bringen. Auch diese Berichte wurden mit Dank angenommen.
Ein später, weiterer Antrag beschäftigte sich noch mit der Frage, wie künftig mit Anträgen umgegangen werden soll, die finanzielle Auswirkungen haben. Die Forderung: Solche Anträge sollten nur mit einer belastbaren Kostenschätzung beraten und beschlossen werden. Das Anliegen dahinter wurde grundsätzlich geteilt. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass eine solche Regelung nicht dazu führen dürfe, dass notwendige Entwicklungen durch zu hohe Hürden ausgebremst werden. Die Behörde für finanzielle Angelegenheiten (BfA) wird sich mit dem Thema beschäftigen und nach einem praktikablen Weg suchen.

Mit einem Dankbeschluss und der Einladung zur SJK 2027 nach Öhringen ging der Blick bereits nach vorne. Es hieß: „Öhringen – Heimspiel fürs Ehrenamt“. Mit bewährter Infrastruktur und Erfahrungen aus früheren Konferenzen – zuletzt 2019 – soll es 2027 wieder ein „Sommermärchen“ werden. Besonders im Mittelpunkt stehen dabei die Ehrenamtlichen als Herzstück der kirchlichen Arbeit. Also: die Vorfreude auf die kommende Konferenz hat damit bereits begonnen.
Zum Abschluss galt der große Dank allen Beteiligten. Besonders gewürdigt wurde Bischof Werner Philipp für seine gute Leitung der Konferenztagung.
Er betonte erneut: Unter dem Leitgedanken von „bring & share“ stand über der gesamten Konferenz die Frage, wie Glaube, Liebe und Hoffnung unterwegs bleiben können, um Kirche zu gestalten. Räume zur Entfaltung, zum respektvollen Umgang miteinander und um eine Kirche, in der Menschenwürde sichtbar wird, sollen geschaffen und ausgefüllt werden. Mit der Verabschiedung des Unvereinbarkeitsbeschlusses wurde hierfür ein deutliches Zeichen gesetzt.
Was am Anfang der Konferenz stand, begleitete auch das Ende: Hoffnung öffnet Räume – denn Gott stellt unsere Füße auf weiten Raum. Und dieser Raum soll nicht nur während einer Konferenz sichtbar werden, sondern auch im Alltag weiter geöffnet bleiben.
Dieter Jäger