Getreu dem Motto: „Machen, anstatt nur darüber zu reden“ haben wir die 28. Tagung der Süddeutschen Konferenz der EmK mit einem „Bring & Share – Menschen in Begegnung“ – Feldversuch Gottesdienst eröffnet. Aber kann das funktionieren? Wenn hunderte Christen gemeinsam den Marktplatz von Reutlingen in Beschlag nehmen, um gemeinsam zu singen, zu beten, mitgebrachte Speisen zu teilen und Gottes Liebe in aller Öffentlichkeit zu feiern? Wie wird das ankommen? Werden wir kritisch beäugt oder lassen sich Menschen spontan einladen?
So viel vorweg: Bring & Share, das können wir Methodisten! Aufgetischt wurden leckere Wraps, selbstgemachte Käselaugenstangen, Pizza, zünftiges Vesperbrot, liebevoll gestaltete Spieße, die mitunter halbe Kunstwerke waren, erfrischendes Obst und so viel mehr. Eine bunte Vielfalt, die überwältigend war und wie immer: Es gab mehr als wir essen konnten.
Gut gesättigt streckten sich dann die Köpfe neugierig in Richtung Bühne. Bischof Werner Philipp, den viele das erste Mal in Aktion erlebten, führte den frisch gewählten Superintendenten Matthias Kapp in sein Amt ein. Aber wer ist der neue „Sup“?
Matthias Kapp kommt aus Tübingen, ist, wie er sagt, glücklich verheiratet, hat zwei Kinder, einen Enkel und neben seiner 30-Jährigen Karriere als Pastor bewirtschaftet er einen Weinberg. Er betont: „Kirche ist nicht langweilig! Weil viele tolle Menschen offen füreinander und gemeinsam unterwegs sind.“ Und wenn es mal dicke kommt? – Dann stabilisiert den neuen Superintendenten ein Zitat von Jesus: „Fürchte dich nicht!“ Für Kapp ist klar: „Die Angst kommt und geht, aber Jesus bleibt.“ „Fürchte dich nicht“ holt Kapp aber auch aus der Komfortzone und gerade jetzt brauche es seiner Meinung nach furchtlose Christen, die für die Schwachen einstehen, sich menschlich verhalten und menschlich bleiben. Das erfordere Herz, sagte er, und das will trainiert werden.
In diesem Sinne haben wir eine erste Trainingseinheit mit unserem Eröffnungsgottesdienst mitten in der Reutlinger Innenstadt bewältigt. Aber haben wir die Massen überzeugt? – Seien wir ehrlich, das wohl eher nicht. Und doch, habe ich Menschen bemerkt, die sich im Vorbeigehen vom Takt des Posaunenchors anstecken ließen, die über die flotten Sprüche des neuen „Sups“ mit gelächelt und die das gesellige und herzliche Beisammensein bestaunt haben. Und wer weiß, vielleicht haben wir sogar den einen oder die andere neugierig gemacht, mehr über uns Methodisten und das, was uns antreibt, erfahren zu wollen.
Zum Abschluss ermutigte uns Bischof Werner Philipp, das Training fortzusetzen mit den Worten: „Seid Boten von Gottes Liebe und seines Friedens“.
Mein Fazit: Ein schöner Abend an einem völlig untypischen Ort, aber dann doch irgendwie typisch methodistisch.
Benjamin Elsner – EmK Marbach am Neckar – radio m