Abendmahls- und Gedächtnis-Gottesdienst am Freitagabend
Der Chor in der Erlöserkirche in Reutlingen lenkte zum Auftakt mit seinem Lied den Blick für diesen Gottesdienst: „Alle Augen auf Dich“.
Zu Beginn zeigte uns Moderatorin Dorothea Lautenschläger den Abendmahlstisch. Kissen und Herzballons und weitere Dinge waren darauf zu sehen. Das Festmahl des Herrn ist ein Ort, wo wir zu Hause sein und uns wohlfühlen dürfen. Die Personen, an deren Tod in diesem Gedächtnisgottesdienst gedacht wurde – sie sitzen schon in der Ewigkeit am Tisch des Herrn. Eine schöne Erinnerung, die den Durchgang von unserem irdischen Erleben hin zu Gott eröffnet.
Juliane Dippon hat in ihrer Predigt die Erinnerung an den Reichtum der Menschen aufgegriffen, an die wir gedenken. Sie hat in wohltuenden Worten an das Abendmahl angeknüpft, in dem wir uns an Jesu bedingungslose Liebe erinnern, für die er sich selbst aufgegeben hat. Mit der Offenheit unserer Herzen können wir uns selbst zum Abendmahl mitbringen. Mit unseren Gaben und Fähigkeiten, mit allem, was uns ausmacht. So kommen wir zusammen am Tisch der Gemeinschaft und können Freude erfahren und erleben. Wir können uns freuen mit den Menschen, die sich in ihrem Leben für unsere Kirche eingebracht haben. Gnade, Erinnerung und Hoffnung tragen uns an diese Stelle, wo Freude und Schmerz zusammentreffen.
Begleitet von kunstvollen und gleichermaßen ungewöhnlichen Klängen, die Jan Henning seiner E-Gitarre entlockte, gedachten wir der verstorbenen Menschen aus unserer EmK-Gemeinschaft.
Wir erinnerten uns an verstorbene Pastoren. Sie brachten ihre Leidenschaft und Fähigkeiten in langen Dienstjahren für uns ein. Reinhold Twisselmann in der Musik und durch von ihm geleitete Freizeiten. Diederich Lüken in seiner Arbeit für den Rundfunk und in seinen Büchern. Ludwig Waitzmann in seinem Dienst für die Diakoniewerke und in Bildungsreisen. Hans-Jürgen Stöcker in seinen Aufgaben als Superintendent und in der ACK sowie mit der Musik im BCPD und seiner Freude am Gesang.
Wir erinnerten uns an Partnerinnen von Pastoren. An die Fürsorge für Freunde und Familie sowie den Blick für das Hoffnungsvolle und Schöne von Beate Schweinsberg. An die verlässliche Mithilfe in der Gemeinde von Leni Stumpp – auch als gute Köchin für manche Gelegenheit. An die liebevolle Fürsorge und den Blick für die schönen Dinge von Hildegard Guhl. An Anna Kaufmann, die für Familie und Gemeinde lebte und sich dazu noch als herausragende Bäckerin einbrachte. An die gute Seelsorgerin Christa Duppel, die stets hilfsbereit auf andere Menschen zuging. An Christa Erhardt, die ihren Dienst in der Gemeinde stets mit Freude und von Herzen eingebracht hat.
Wir erinnerten uns an verstorbene Ehrenamtliche – stellvertretend für die vielen Mitarbeiter:innen, die unsere Kirche ausmachen. An Marlo Gräsle, die in Jungschararbeit, Gemeindedienst und für das Frauenwerk so viel von sich für unsere Kirche einbrachte. Genauso wie Walter Zucker, der als Dirigent, in der Konferenz, im BCPD oder als Schatzmeister der SJK in unserer Kirche eine wichtige Stütze sein konnte.
In die Erinnerung eingebettet, vernahmen wir im Gottesdienst den Zuruf Jesu: „Das ist mein Leib für euch“ und „sooft ihr aus diesem Becher trinkt – tut beides zur Erinnerung an mich“. Es gab Abendmahl an verschiedenen Stationen im Raum. Wir fühlten uns verbunden mit den Menschen, die nun an seinem Tisch schon Platz genommen haben.
Gesegnet wurden wir ausgesandt. „Wherever you will go“ des Chores hat uns dazu in Bewegung gesetzt.
Erinnern wurde zur Begegnung. Im Gottesdienst und auch danach beim „Ständerling“ im Garten und vor der Kirche mit liebevollen Snacks und Getränken. Erinnern im Austausch. Den Konferenztag nachwirken lassen. Es war ein würdevoller und gelungener Abschluss dieses Konferenztags. Danke an alle Mitwirkenden im Gottesdienst und an all die Helfer:innen, die die Begegnung danach vorbereitet und ermöglicht haben.
Reto Lorenz / Redaktion